Zum Artikel „Bekommt Hannover ein Öko-Dorf?“
von Petra Rückerl, v. 12.2.2019
sind am 20.02.2019 Leserbriefe abgedruckt wurden, im Leserforum auf Seite 22 zu finden.

 

Wilfried Lichtfuß zum Thema Öko-Häuser

Interessen der Kleingärtner werden ignoriert

Öko-Häuser für jedermann – für Obdachlose, Studenten, Familien, Besserverdienende, das klingt beinahe zu schön, um wahr zu sein. Bauland ist teuer, und nur Besserverdienende können sich heute das Bauen leisten, noch dazu mitten in der Stadt. Wen wundert es, wenn da wieder einmal der Ruf nach Umwandlung von (billigem) Kleingartenland in Bauland als Lösung favorisiert wird. Hans Mönninghoff verfolgte bereits 2004, bei Antritt seines Doppelpostens als Wirtschafts- und Umweltdezernent die Idee Hannovers Kleingartenflächen zu „attraktiven Wohnungsbauvierteln“ umzuwandeln. Mit Hilfe des dazu entwickelten Kleingartenkonzeptes wollte er „zusätzliche Baugebiete für junge Familien“ bereitstellen. Nach dem sichtbaren Widerstand der hannoverschen Kleingärtner gegen das Kleingartenvernichtungskonzept kommt nun sein neuer Anlauf. Die Ignoranz, über die Köpfe der Betroffenen hinweg die Flächen von mehr als 200 Kleingärten in Burg zu verplanen, zeigt, dass Transition Town und Mönninghoff nicht an den Menschen gelegen ist, die diese Flächen seit Jahrzehnten liebevoll pflegen. Vielleicht beweisen die angehenden Ökodörfler ihre „Genügsamkeit“ dadurch, dass sie den Kleingärtnern ihre Parzellen belassen und selbst an anderer Stelle ihr Wohnexperiment realisieren, denn das ist ja nicht ortsgebunden.

Sylvia Remé ebenfalls zum geplanten Öko-Dorf

Die Stadt sollte diesen Irrsinn unterbinden

Das ist kein objektiver Bericht. Frau Rückerls Sympathien gelten eindeutig den Befürwortern von „Ecovillage“. Für die Sprecher der Kleingärtner – das Aktionsbündnis für Kleingartenerhaltung – dagegen findet Frau Rückerl meiner Meinung nach nur Spott. Die „Menschen mit Realitätssinn und Verantwortungsbewusstsein“, die sich für die genannte Idee aussprechen, werden ausführlich genannt. Auf den Standpunkt der Kleingärtner, deren Gärten von den „Ecovillage“-Initiatoren Transition Town ursprünglich als Standort für das Projekt ausgesucht worden waren, wird nicht eingegangenen. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt Hannover und der Bezirksverband der Kleingärtner diesen Irrsinn unterbinden, eine intakte „Ökosiedlung“, nichts anderes sind die drei Kleingartenanlagen am Vinnhorster Weg, durch eine andere „Ökosiedlung“ zu ersetzen.